Rezension
Der Glockenexperte – Band I




Der Glockenexperte, Band I, Vom Neuaufbau des Deutschen Glockenwesens aus der Sicht von Theo Fehn

Der Glockenexperte, Band I, Vom Neuaufbau des Deutschen Glockenwesens aus der Sicht von Theo Fehn

Vom Neuaufbau des Deutschen Glockenwesens
aus der Sicht von Theo Fehn

 

Nach dem Krieg waren es auf dem Gebiet der Glockenmusik nicht mehr als eine gute Handvoll engagierte Könner, die mit neuen Impulsen und Erkenntnissen das Weiter -wie- vordem zu einem „jetzt besser“ steigerten. In seiner weitverbreiteten „Kleinen Glockenkunde“ lässt Theo Fehn schon 1946 Leitsätze anklingen, die sein Denken, seine Intuition und seinen Sachverstand erkennen lassen. Die Veröffentlichung der Schriftüberlieferung aus jenen Jahren gibt uns Einblicke in die Arbeit eines musikalisch hochbegabten und technisch scharfsinnigen Glockenliebhabers. Erstaunliche Zusammenhänge und Begebenheiten werden aufgezeigt und lassen uns erkennen, was an heute selbstverständlichem Wissen und Methoden damals von Fehn gefunden und, was oftmals noch schwerer war, durchgesetzt wurde – oft auch gegen Beratungsausschuss und Glockengießer. Dafür sind die ellipsoiden Klöppel ebenso Beispiel wie die Schallblenden, die Jalousien der Glockenstube, die schließlich allgemein eingeführt wurden, ohne dass man sich des Erfinders erinnerte. Aber wir treffen auch auf den Lehrer der Rippenprogression und der daraus folgenden neuen, enormen Dispositionsmöglichkeiten. Der Neuaufbau des Deutschen Glockenwesens – wir lernen ihn aus einem der interessantesten Blickwinkel kennen.

Gustav Köhler, leitender Mitarbeiter der
Glockengießerei Gebr. Rincker von 1949 – 1981

„Wem wie Dir gegeben ist, Neuland zu erspüren, muß sich gelegentlich auch zurückrufen lassen …“ schreibt Oberkirchenrat Schildge an den Glockensachverständigen Pfarrer Theo Fehn.
Theo Fehn hat ständig Neuland betreten, als es darum ging, nach dem Zweiten Weltkrieg die verwaisten Kirchtürme mit qualitätvollen Glocken auszustatten. Er wurde zurückgerufen, weil ihm andere Sachverständige nicht folgen konnten. Die spätere Entwicklung hat ihn jedoch als den Vorläufer bestätigt.
Dieser Weg des Glockensachverständigen Theo Fehn ist hier beschrieben: Richtungsweisend äußert sich Fehn zu den offenen Fragen, die mit Glocke zu tun haben, sei es in theologischen oder musikalischen Bereichen. (Musica sacra)

 

Die Bücher sind auch Zeitdokumente, man lese Fehns erschütternde Analyse der ersten Nachkriegszeit, die er einem Schweizer Bekannten anvertraut. Oder deutsch-französische Freundschaft: Sein Rat ist bald in Frankreich gefragt, obwohl er im Krieg Pfarrer im Elsaß war – Zeichen eines lauteren Charakters, „dem gegeben war, Neuland zu erspüren“.

Heinz-Walter Schmitz, Kirchenmusikdirektor